Schreibwerkstatt 2015

000 thumb„Es kommt darauf an, die Meckertante zu besiegen, dann kann ich loszulegen, dann fange ich an, meine Ideen aufzuschreiben.“ - „Wann steht uns die „Meckertante“ beim Schreiben im Weg?“  Mit einem  Gespräch im Sitzkreis über die Gründe, die uns bisweilen daran hindern, frei loszuschreiben, begann unserer dreitägigen Schreibwerkstatt. Sie fand wieder am letzten Ferienwochenende im Januar und am ersten Schultag im neuen Jahr statt.

Dabei ging es erneut um  die Begegnung von Schülerinnen und Schülern aus unseren 5. Und 6. Klassen mit einer Jugendbuchautorin oder einem –autor.  In diesem Jahr war Aygen-Sibel Celik unser Gast.  Ihr Geburtsort ist Istanbul, ihre Kindheit verbrachte sie in Südhessen. Dann, als Jugendliche, ging sie für mehrere Jahre in der Türkei zur Schule, um erneut nach Deutschland zu kommen und in Frankfurt ein Studium der Kinder- und Jugendliteratur und der Pädagogik zu absolvieren. Mittlerweile lebt sie als mehrfach ausgezeichnete Autorin in Düsseldorf. Sie versteht sich auch als Kulturvermittlerin und recherchiert zurzeit für einen biografischen Roman im Rahmen eines Stipendiums der Robert-Bosch-Stiftung und des Literarischen Kolloquiums Berlin.  Aygen-Sibel  Çelik hatte vor sechs Jahren schon einmal eine Schreibwerkstatt bei uns gestaltet. Und so kam sie zu uns mit einer festen Vorstellung, wie sie an den drei Tage mit den Kindern arbeiten könnte. Zu den guten Bedingungen zählt vor allem der Raum unserer jährlichen Schreibwerkstatt. In Zusammenarbeit mit der Schul- und Stadtteilbibliothek in Waldau war es uns erneut möglich, die einladende Atmosphäre der Bibliothek für den Workshop zu nutzen. Elke Paul, die Leiterin, stellte nicht nur den Raum zur Verfügung, sondern half mit, die Schülertexte am PC zu erfassen, sie zu korrigieren und zusammenzustellen.
Montag, am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, wurden die Schreibergebnisse dann präsentiert. Am Ende ließ sich ein roter Faden erahnen, der alle Texte zu verbinden schien: Orte, die fantasievoll erdacht und möglichst genau beschrieben wurden, Gefühle, die durch eine im Text erzählte Situation ausgelöst werden und eine frei erfundene Handlung, in der es auch um das Wort „Wahrheit“ geht.

Friedemann Brandt