Mythen und Fakten zur Hochbegabung

Prof. Dr. Detlef H. Rost zu Gast an der Offenen Schule Waldau

hochbeg prof rost 2016

Genie und Wahnsinn? Hochbegabte sind Eigenbrötler? Schulische Leistung und Intelligenz? Diesen und anderen Fragen ging Professor Detlef H. Rost in seinem Vortrag an der OSW am 8. Juni 2016 nach.

Ein interessiertes Publikum aus Lehrkräften und Eltern der OSW und anderer Schulen folgte seinen Ausführungen, die auf empirischer Grundlage mit einigen Vorurteilen, die sich um Hochbegabung und Hochbegabte ranken, aufräumt. Auf unterhaltsame, mitunter auch augenzwinkernd provozierende Weise setzte er sich mit einschlägigen Ratgebern auseinander, deren vermeintlich hilfreiche Hinweise er weiterhin zur Legendenbildung beitragen, als dass sie den Betroffenen und ihren Eltern die Orientierung erleichtern. Gegenüber besonderen Klassen und Schulen für überdurchschnittlich intelligente Kinder und Jugendliche zeigte sich Herr Professor Rost eher skeptisch. Eine zunächst durch Vererbung angelegte höhere Intelligenz lässt sich durch schulische oder anderer Förderung zwar im bestimmten Rahmen weiter entwickeln. Schulische Leistung hängt jedoch von weiteren Faktoren nicht unerheblich ab, zum Beispiel von Konzentrationsfähigkeit, Motivation, Interesse, Fleiß und Ausdauer. Vor allem aber sind überdurchschnittlich intelligente Kinder und Jugendliche eins: eben Kinder und Jugendliche, die in ihren Familien, Freundeskreisen und Schulklassen eingebunden sind und ihre vielfältigen Fähigkeiten durch für sie passende Anregungen weiterentwickeln wie alle anderen auch. Die vom Hessischen Kultusministerium finanzierte Veranstaltung lieferte viele Impulse für weitergehende Gespräche, wie sich auch in der anschließenden Fragerunde mit dem Referenten zeigte. Die Offene Schule Waldau, die das vom Kultusministerium verliehene Gütesiegel Hochbegabung trägt, wird diese Impulse für ihre Unterrichtsentwicklung zu nutzen wissen.