Uni Kassel schließt strategische Partnerschaft mit Kasseler Versuchsschulen

Das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Kassel hat eine strategische Partnerschaft mit der Offenen Schule Waldau und der Reformschule (beide Kassel) geschlossen.

 

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Bild: Sie unterzeichneten eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft: Gerhard Vater, Leiter der Offenen Schule Waldau, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Universität Kassel, Elke Hilliger, Leiterin der Reformschule, und Prof. Dr. Frank Lipowsky, Direktor des Kasseler Instituts für Erziehungswissenschaft (v.l.n.r.) (Fotos: Uni Kassel)

 

Für die Hochschule bieten die beiden Schulen ein Feld zur praxisnahen Forschung, die Schulen können ihre didaktischen und methodischen Konzepte überprüfen und weiterentwickeln.

Wie können Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht kaum mitkommen, wieder Anschluss bekommen? Fördert das Lernen in altersgemischten Lerngruppen den Aufbau sozialer Kompetenzen und profitieren Jungen und Mädchen davon in ähnlicher Weise? Wie viel und was lernen Schülerinnen und Schüler, wenn sie sich im Freien Lernen mit Themen eigener Wahl auseinandersetzen? Welche Bildungs- und Berufswege nehmen die Schulabgänger? Diesen und anderen Fragen wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität sowie Lehrerinnen und Lehrer der beiden Schulen gemeinsam systematisch nachgehen. Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, der Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft, Prof. Dr. Frank Lipowsky, die Leiterin der Reformschule Elke Hilliger und Gerhard Vater, Leiter der Offenen Schule Waldau, unterzeichneten dazu am Dienstag (4. Februar [2014]) eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft. Thematische Schwerpunkte werden die Entwicklung, Erprobung und Erforschung neuer Lehrkonzepte, Studien zum sozialen Lernen, die Analyse schulischer Übergänge sowie die Erfassung von Schulkarrieren und Bildungswegen von Schülerinnen und Schülern der beiden Schulen sein. Die Verbindung kann und soll künftig um weitere Schulen erweitert werden.

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„Wir institutionalisieren mit dieser Partnerschaft bereits bestehende Kooperationen mit den beiden Einrichtungen und können daher auf hervorragende gemeinsame Erfahrungen aufbauen“, erklärte Prof. Postlep. „Für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es von großem Interesse, ihre Forschungserkenntnisse in die Gesellschaft hinauszutragen, sie in der Praxis zu überprüfen und als Rückkopplung neue Forschungsimpulse zu erhalten. Das gilt ganz besonders auch für die Erziehungswissenschaften, die einen Forschungsschwerpunkt unserer Universität darstellen und die in vorbildlicher Weise in ein Netzwerk von Schulen und Einrichtungen der Pädagogik und der Lehrerausbildung eingebunden sind“, so Postlep weiter.

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Reformschule und Offene Schule Waldau: Aufgeschlossen gegenüber Innovationen

Gerhard Vater, Leiter der Offenen Schule Waldau, betonte: „Eine Schule, die sich als lernendes System begreift, ist neben der erfolgreichen Gestaltung der Lernprozesse ihrer Schülerinnen und Schüler darauf angewiesen, sich beständig der Wirksamkeit ihres Handelns zu versichern. Daraus gewinnt sie Impulse für die Weiterentwicklung. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Erziehungswissenschaft ist dabei eine notwendige, weiterführende und hilfreiche Unterstützung bei der Entwicklung und Reflexion der vielfältigen Maßnahmen.“ Elke Hilliger, Leiterin der Reformschule, ergänzte aus ihrer Sicht: „Nachdem sich die Reformschule Kassel mit ihrem pädagogischen Konzept konsolidiert hat, ist ein mögliches Forschungsprojekt zum Beispiel zu den Potenzialen des jahrgangsübergreifenden Lernens eine große Chance, weitergehende Perspektiven für die Reformschule zu finden. Begrüßt wird von der Schulgemeinde, dass mit dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität ein so kompetenter Partner für die Weiterentwicklung der Schule als Versuchsschule des Landes Hessen gefunden wurde.“

Sowohl die Reformschule Kassel als auch die Offene Schule Waldau zeichnen sich durch eine große Offenheit gegenüber Reformen und Innovationen aus. Beide Schulen sehen in der Partnerschaft mit der Universität die Möglichkeit, Unterrichtskonzepte intensiver auf den Prüfstand zu stellen und Fragestellungen aus ihrer eigenen Praxis genauer zu analysieren.

„Die Universität Kassel ihrerseits betrachtet die Partnerschaft mit den Schulen ihrerseits als eine gute Möglichkeit zur praxisnahen Forschung“, hob Prof. Lipowsky hervor. „Für die Angehörigen des Instituts verspricht die Innovationsbereitschaft der beiden Kollegien gute Voraussetzungen, um neue Ansätze des Lehrens und Lernens auf ihre Bedingungen, ihre Reichweite und ihre Wirkungen zu überprüfen.“ In die Forschungsprojekte werden Lehramtsstudierende und Studierende des Masterstudiengangs Empirische Bildungsforschung eingebunden, sodass die Partnerschaft auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dient.

 
Prof. Dr. Frank Lipowsky
Universität Kassel
Institut für Erziehungswissenschaft
Fachgebiet Empirische Schul- und Unterrichtsforschung
Tel.: +49 561 804-3613
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