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Wir über uns - das pädagogische Konzept der Offenen Schule Waldau
in Kurzform
Die Offene Schule Waldau ist eine integrierte Gesamtschule der Sekundarstufe I. Als Ganztagsschule ist sie für die Schülerinnen und Schüler ab 7.30 Uhr geöffnet. Bis 8.45, wenn die erste Stunde beginnt, können sich die Kinder im „offenen Anfang“ in der Schule treffen, Aufgaben erledigen, spielen oder einfach nur „ankommen“ und sich unterhalten. Ab der 7.Klasse erweitert sich der Stundenplan um den Wahlpflichtbereich, so dass in den höheren Klassen der Unterricht zum Teil bereits um 8 Uhr beginnt. Bis 12.15 liegen vier Unterrichtsstunden, unterbrochen von einer halbstündigen Frühstückspause. Auf einen Gong zwischen den Stunden und zur Pause verzichten wir. Auch lassen wir die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden, wo und wie sie ihre Pausen verbringen möchten. Nach einer einstündigen Mittagspause mit Gelegenheit zum Mittagessen und Freizeitaktivitäten folgen noch einmal zwei Unterrichtsstunden bis 14.35. Hier endet der Pflichtunterricht und um 15 Uhr beginnen die freiwilligen Zusatzangebote, die bis 16.30 Uhr dauern.
Link: Tagesrhythmus
Überschaubarkeit und Verlässlichkeit sind für uns wichtige pädagogische Prinzipien, die wir auch organisatorisch umgesetzt haben. So gliedert sich die sechszügige Schule in sechs kleinere Einheiten, die Jahrgänge 5 bis 10. Jeder Jahrgang mit seinen 6 Klassen „bewohnt“ jeweils für zwei Jahre einen eigenen Bereich mit sechs Klassenräumen, einer Gemeinschaftsfläche zum Versammeln, Feiern, Vorführen und Arbeiten und einem Lehrerzimmer. Klassenräume und der Gemeinschaftsbereich werden von den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften gemeinsam gestaltet. Ein Lehrerteam von ca. 12 Personen unterrichtet überwiegend in einem Jahrgang und „begleitet“ die Schülerinnen und Schüler über die sechsjährige Schulzeit. Die Lehrerteams übernehmen für wesentliche Teile ihres Alltags selbstverantwortlich die organisatorische und inhaltliche Planung und finden sich dazu vierzehntägig in einer Teamsitzung zusammen. Sie wählen einen Teamsprecher oder eine Teamsprecherin, einen oder zwei Organisatoren und entsenden je eine Person in die zentrale pädagogische Arbeitsgruppe (zAG), die sich vor allem um die Umsetzung des Schulprogramms und um den pädagogischen Austausch kümmert. Für die einzelnen Unterrichtsfächer organisiert jeweils ein Vertreter eines Faches die Koordination der Fachkollegen. Neben den Teamsitzungen finden regelmäßig Fachkonferenzen, Gesamtkonferenzen und viele unterschiedliche Arbeitsgruppensitzungen statt.
Wir sind auf dem Weg, die Erschließung der Welt und die Aneignung von Qualifikationen und Kompetenzen in größeren inhaltlichen Sinnzusammenhängen zu gestalten und in stabilen Lerngruppen die dazugehörigen sozialen Kompetenzen zu fördern. Dazu gehört, dass wir schon lange die Fächer Sozialkunde, Geschichte und Erdkunde im Lernbereich „Gesellschaftslehre“ zusammenführen. Die Fächer Physik, Chemie und Biologie unterrichten wir in den Klassen 5 bis 8 im Lernbereich „Naturwissenschaften“ und in der 9. und 10. Klasse in themen- und niveaudifferenzierten Neigungsgruppen, in die sich die Schülerinnen und Schüler nach Beratung der Fachlehrer einwählen. Die Jahrespläne der verschiedenen Fächer versuchen wir zu fächerverbindendem Unterricht zu koordinieren. Fächerübergreifender Unterricht findet vor allem in den dreimal im Jahr stattfindenden „Kompaktwochen“ statt. Hier bieten sich auch zeitliche Spielräume für den Besuch außerschulischer Lernorte, für zusammenhängende Unterrichtsprojekte, Exkursionen und Klassenfahrten. Der fächerübergreifende Lernort schlechthin ist das Freie Lernen, das vor allem in den höheren Jahrgängen Raum für fächerübergreifende Themen und Fragestellungen bietet.
Im Hinblick auf die sehr unterschiedlichen religiös-kulturellen Hintergründe unserer Schülerinnen und Schüler und in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche wird ein modellhaftes Konzept für den Religionsunterricht umgesetzt. Regelmäßige Fortbildungen in Zusammenarbeit mit den zuständigen kirchlichen Einrichtungen, fächerübergreifende Veranstaltungen z.B. im Rahmen der „Bauwagentage“ und regelmäßige „Religionsgespräche“ mit Vertretern der Kirchen untermauern dieses Konzept.
Mithilfe des „Freien Lernens“, das in den unteren Klassen mit zwei und in den höheren Klassen mit drei Wochenstunden im Stundenplan verankert ist, aber auch durch gezieltes Methodentraining in den einzelnen Fächern bauen wir schrittweise Kompetenzen für Schlüsselqualifikationen und selbstständiges Lernen auf, so dass die Jugendlichen in den Klassen 9 und 10 in der Lage sind, sich ein selbstgewähltes Thema selbstverantwortlich zu erarbeiten und es in einer dem Thema und den Möglichkeiten des Schülers adäquaten Form der Klasse und dem Jahrgang, ggf. auch der Schulöffentlichkeit, zu präsentieren. Die Vielfalt der Themen und Zugehensweisen drückt die Vielfalt der Talente und Begabungen aus.
Ebenso wie im Freien Lernen spielt auch im übrigen Unterricht und Schulleben die Unterschiedlichkeit von Kindern und Jugendlichen auf den verschiedensten Gebieten eine große Rolle. Wir bemühen uns, Kindern unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Begabungen und Neigungen im Unterricht soziale Erfahrungen und Kompetenzen im Umgang miteinander zu vermitteln. Daneben sind wir dabei, Konzepte der Binnendifferenzierung und Individualisierung zu praktizieren und weiterzuentwickeln, damit wir jedem Kind so weit wie möglich gerecht werden können. Eine äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse nehmen wir in Englisch und Mathematik ab der Klasse 7 und in Deutsch ab der Klasse 8 vor. Daran schließen sich weitere äußere Differenzierungen nach Neigung bzw. Leistung durch Wahlpflichtkurse und Fremdsprachenangebote an.
Wir vergeben alle Abschlüsse der Sekundarstufe nach den geltenden Erlassen: den Hauptschulabschluss nach der 9.Klasse, den erweiterten Hauptschulabschluss nach der 10.Klasse, den Realschulabschluss (ggf. mit Fachoberschul-Eignung), den Übergang in die Klasse 11 eines Beruflichen Gymnasiums oder einer allgemeinen gymnasialen Oberstufe. Individuelle Schullaufbahnberatung, beginnend mit der Einstufung in Kurse am Ende der Klasse 6 sowie sozialpädagogische und schulpsychologische Beratung durch Schulsozialarbeit und unsere Schulpsychologin begleiten die Schüler in ihren sechs Schuljahren an der OSW. In den Klassen 9 und 10 spielt die Berufs- und Abschlussorientierung eine größere Rolle. Das für alle obligatorische Betriebspraktikum zu Beginn der Klasse 9 ergänzen einige Schülerinnen durch ein Betriebspraktikum in England.
Auf dem Weg zu ökologisch bewussterem Leben, Lernen und Arbeiten setzen wir die Arbeit im Schulgarten, die Pflege des Schulgeländes und der nahe gelegenen Streuobstwiese fort.
Link: Arbeit im Schulgarten
Mithilfe von „Energiesprechern“ in den Klassen betreiben wir unser Energiesparprogramm.
Die Offene Schule Waldau ist die Schule für Kinder und Jugendliche des Stadtteils, die sich hier anmelden, aber darüber hinaus auch offen für Anmeldungen aus dem Stadtgebiet Kassels und in Einzelfällen auch der nahe gelegenen Umlandgemeinden. In den Klassen 5 richten wir Klassen mit je 24 Schülerinnen bzw. Schülern ein sowie in der Regel eine „Integrationsklasse“, in der unter Mitarbeit eines Sonderschulpädagogin behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Als Versuchsschule des Landes Hessen haben wir einen vorgezogenen Anmeldetermin: Eltern, die sich für die OSW interessieren, sollten bis zu einem Termin, der jährlich neu festgelegt und auf dieser Homepage veröffentlicht wird, in einem formlosen Antrag ihr Kind kurz vorstellen, die Schulwahl begründen und das letzte Zeugnis ihres Kindes mitschicken.
Der Status „Versuchsschule“ bedeutet, dass die Schule durch besondere Aufgaben und Aufträge zur Weiterentwicklung des Schulwesens beitragen soll und Anregungen für andere Schulen bereitstellen muss. Daher gehört die Betreuung von Besuchergruppen genauso zu unseren Aufgaben wie die Dokumentation unserer Arbeit in unserer Schulzeitschrift „Schulleben“ oder in anderen Publikationen. Einmal im Jahr stellen wir uns in einem „Planungsgespräch“ der kritischen Diskussion mit Vertretern des hessischen Kultusministeriums, des Staatlichen Schulamts und der Stadt Kassel.
Wenn Sie genauere Informationen zu unserem pädagogischen Konzept bekommen möchten, verweisen wir Sie auf das „Konzeptbuch“ von I.Ahlring und B.Brömer, Schule machen; Verlag Schneider/Hohengehren 1999.
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